Praktisch autark durch den Frühling; meine Q2-Bilanz 2026

Nach dem Winterquartal jetzt Frühling/Sommer: April bis Juni mit 18 kWp PV, zwei Speichern und einem Rekordmonat. Wie viel Strom, Überschuss und Geld stecken in drei Frühlings- und Frühsommermonaten?

April · Mai · Juni 2026 · pv-strom.ch

Q1 war noch geprägt von Netzbezug und Pelletofen. Q2 dreht das Bild komplett: Die Anlage produzierte 5'580 kWh – mehr als das 2,7-fache des ersten Quartals – und der Netzbezug schrumpfte auf 23 kWh im ganzen Quartal. Der Mai wurde mit 2'010 kWh mein bislang stärkster Einzelmonat überhaupt. Und zum ersten Mal griff bei der Einspeisung die 6-Rappen-Minimalvergütung – dazu unten mehr.

Monatsproduktion im Überblick

MonatProduktionEigenverbrauchEinspeisungBatteriebezugNetzbezug
April 20261'620 kWh836 kWh784 kWh241 kWh9 kWh
Mai 20262'010 kWh844 kWh1'166 kWh193 kWh10 kWh
Juni 20261'950 kWh757 kWh1'193 kWh316 kWh4 kWh
Total Q25'580 kWh2'437 kWh3'143 kWh750 kWh23 kWh

Einspeisung hier rechnerisch (Produktion − Eigenverbrauch). Die TBGN-Rechnung weist über die Messperiode 31.3.–30.6. 3'346 kWh Zähler-Einspeisung aus (siehe Kosten & Erlöse).

5'580kWh Produktion Q2 (×2,7 ggü. Q1)
3'346kWh eingespeist (TBGN-Rechnung)
23kWh Netzbezug im ganzen Quartal
~44 %Eigenverbrauchsquote (2'437 von 5'580 kWh)

April bis Juni: Die Zahlen

Im April kam die Anlage mit 1'620 kWh schon auf gut 54 kWh pro Tag/im Schnitt – genug, um den Speicher an fast jedem Tag früh zu füllen. Ab da floss der Überschuss ins Netz: 784 kWh Einspeisung allein im April, bei nur 9 kWh Netzbezug.

Der Mai war der Höhepunkt mit 2'010 kWh, davon gut die Hälfte (1'166 kWh) ins Netz. Der Juni lag mit 1'950 kWh knapp dahinter, aber mit nur 4 kWh Netzbezug praktisch bei Vollautarkie.

Das eigentliche Nadelöhr ist im Sommer nicht mehr die Sonne, sondern der Speicher. Ich lade bewusst zeitversetzt – den BYD erst ab 11 Uhr, den Amass ab 13 Uhr –, damit die Morgenproduktion ins Netz geht. An Tagen, an denen der Akku morgens ohnehin schon bei rund 80 % steht (weil nachts kaum etwas gebraucht wurde), sind die 21,5 kWh kurz nach Mittag trotzdem voll – und alles danach ist Einspeisung. Genau das macht das Thema Lastverschiebung ab Sommer richtig relevant.

Geräte-Autarkie: Womit läuft was?

SolarManager rechnet den Verbrauch pro Gerät gegen Sonne und Netz auf. Über das ganze Quartal (1. April – 30. Juni): 2'209,7 kWh (100 %) aus der Sonne, nur 22,5 kWh (0 %) aus dem Netz. Fast jedes Gerät hängt zu 99–100 % am Solarstrom.

Die zwei grössten Posten sind Mobilität: das Auto der Nachbarn (388 kWh, zu 100 % da nur per PV Überschuss geladen) und mein eigenes E-Auto am go-eCharger (287 kWh, 99 %). Beide zusammen sind der Grund, warum der Eigenverbrauch im Sommer so hoch bleibt – Solarstrom fährt hier direkt ins Auto, statt für ein paar Rappen ins Netz.

Kosten und Erlöse Q2

Jetzt zum spannenden Teil – mit den TBGN-Rechnungen. Die eingespeisten 3'346 kWh (Messperiode 31.3.–30.6.) brachten CHF 250.95: 6.00 Rp/kWh Energie plus 1.50 Rp/kWh HKN.

Zum ersten Mal greift die 6-Rappen-Minimalvergütung. Der BFE-Referenzmarktpreis lag im Q2 2026 bei nur 3.896 Rp/kWh – unter der gesetzlichen 6-Rappen-Schwelle. Deshalb zahlte TBGN nicht den (tieferen) Marktpreis, sondern die Minimalvergütung von 6.00 Rp. Ohne diesen Boden hätte es für dieselbe Strommenge deutlich weniger gegeben. Mehr dazu im Beitrag zur 6-Rappen-Minimalvergütung ab 2027.

Auf der anderen Seite die Stromrechnung: CHF 59.35 für 23 kWh Netzbezug. Aber Achtung – nur CHF 3.09 davon sind tatsächlich bezogene Energie. Die übrigen ~CHF 56 sind fixe Netznutzung (35.49), Messtarif (20.11) und Abgaben (0.65) – die fallen an, egal ob ich 23 oder 2'300 kWh beziehe. Genau das ist die Krux moderner PV-Haushalte: Beim Energiepreis kann ich sparen, bei den Fixkosten nicht.

Unterm Strich war Q2 damit kein Kosten-, sondern ein Ertragsquartal: CHF 250.95 Vergütung − CHF 59.35 Rechnung = CHF +191.60 zugunsten der Anlage – gegenüber CHF 45.– Nettoaufwand im Winterquartal Q1.

Statt Pelletofen: fast nur noch elektrisch

Im April lief der Pelletofen noch vereinzelt – ganze 2 Säcke (à 15 kg) wanderten in den Ofen, danach blieb er den Frühling über kalt. Die restliche Zuheizung lief elektrisch: in den kühleren Aprilwochen der Heizstrahler (189 kWh, 100 % solar), dazu die beiden Luft-Luft-Wärmepumpen (WP EG 236 kWh, WP OG 135 kWh) und der WP-Boiler (128 kWh) fürs Warmwasser – alle praktisch vollständig aus Solar und Batterie. In den warmen Mai- und Junitagen – beide Monate waren aussergewöhnlich heiß – liefen dieselben Split-Geräte umgekehrt zum Kühlen.

Kostenmässig fällt das kaum ins Gewicht: rund CHF 12.– für die 2 Säcke Pellets, der elektrische Anteil ist Eigenverbrauch. Gekühlt wird dabei nicht nur tagsüber: An heißen Tagen läuft die Kühlung praktisch bis gegen 4 Uhr morgens durch – nachts aus der Batterie. Dass dafür fast kein Netzstrom nötig ist, verdanke ich dem Speicher.

Q2 auf einen Blick: 5'580 kWh Solar produziert · 3'346 kWh eingespeist · 23 kWh Netzbezug · ~99 % Autarkie · Mai als Rekordmonat (2'010 kWh) · CHF 250.95 Einspeisevergütung (erstmals 6-Rp-Minimaltarif) · CHF 59.35 Stromrechnung (davon nur CHF 3.09 Energie) · Netto rund CHF +191.60 · Heizen/Kühlen fast nur elektrisch & ~100 % solar (nur 2 Sack Pellets im April)

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