Einspeisevergütung 2027: Lohnt sich gezieltes Einspeisen am Abend?
Lastverschiebung im Q1 2026 — was bringt es wirklich?
Der Referenz-Marktpreis im ersten Quartal 2026 lag bei 10.266 Rp/kWh — deutlich über der Minimalvergütung von 6 Rp/kWh. Der Quartalsausgleich greift hier also nicht. Jeder Rappen Mehrerlös durch gezieltes Einspeisen ist mehr Einnahmen.
Die Frage: lohnt sich Lastverschiebung auch im Winterquartal, wo PV-Überschuss deutlich seltener ist? Ich habe die SolarManager-Daten von Januar bis März 2026 mit den Day-Ahead-Preisen verschnitten und simuliert, was passiert wäre, hätte ich — wo verfügbar — bis zu 6 kWh (Februar) bzw. 8 kWh (März) von der Mittagszeit (9–15 Uhr) verschoben: einmal stur auf eine feste Abendzeit (20–22 Uhr), einmal mit einer smarten Steuerung, die täglich die beiden tatsächlich teuersten Stunden wählt. Als harte Nebenbedingung gilt: das Shifting darf nie zusätzlichen Netzbezug verursachen. Reicht die Akku-Kapazität an einem Tag nicht für Nachtverbrauch plus Shift-Menge, wird die Shift-Menge an diesem Tag reduziert oder auf null gesetzt. Im Januar ist praktisch kein PV-Überschuss vorhanden, daher kein Shifting möglich.
Wichtig: diese Simulation wendet bereits wie ab 2027 geplant, die Day-Ahead-Stundenpreise der jeweiligen Tage auf die echten Q1-2026-Daten an. 2026 zahlt TBGN noch nach altem System einen Fixpreis (10.266 Rp/kWh auf die gesamte Menge), unabhängig von der Tageszeit. Das zeigt sich auch im Ergebnis: ohne Shifting läge der simulierte Erlös unter dem, was ich 2026 tatsächlich erhalten habe — erst mit Shifting kommt man auf einen vergleichbaren oder höheren Betrag.
Im Januar gab es praktisch keinen nutzbaren Überschuss. Wenn wir abends zusätzlich entladen, startet der Akku am nächsten Morgen tiefer — und muss zuerst wieder aufgeladen werden, bevor Überschuss entsteht. Shifting wäre daher an ca. 6 Tagen im Februar und 26 im März möglich gewesen — nur an Tagen mit mindestens 3 kWh verschiebbarem Mittagsüberschuss.
Graue, blaue und grüne Balken sind Simulationen auf Basis der echten Q1-2026-Daten, aber mit den ab 2027 geltenden Day-Ahead-Stundenpreisen gerechnet. Der orange Balken zeigt, was TBGN nach heutigem (2026er) System tatsächlich bezahlt hat.
Verschoben wurden insgesamt 205 kWh über das Quartal (nur Tage mit mindestens 3 kWh Mittagsüberschuss), ohne dass dafür zusätzlicher Netzbezug nötig gewesen wäre. Die Werte in der Grafik sind auf die von TBGN amtlich gemessene Menge (542 kWh) skaliert, da der SolarManager rund 2.5% weniger zeigt als der offizielle Zähler. Ohne Shifting hätte das CHF 52.32 ergeben, mit fixer Abendzeit CHF 61.21, mit smarter Steuerung CHF 65.28 — alle drei liegen plausibel um den real von TBGN bezahlten Betrag von CHF 55.64, der einem Fixpreis von 10.266 Rp/kWh ohne jede Tageszeit-Differenzierung entspricht. Mehrerlös durch Shifting: CHF 8.89 (fix) bzw. CHF 12.96 (smart) fürs Quartal. Die Simulation geht davon aus, dass der Akku täglich um 18 Uhr bei seinem tatsächlichen SOC-Stand startet (BYD Mindest-SOC 15%, Sofar/Amass Mindest-SOC 50% als Notstromreserve). Im Februar war Shifting an 6 Tagen möglich, im März an 26 Tagen. Die verschobenen kWh gehen nicht verloren — sie werden nur vom Mittag auf den Abend verlagert, mit kleinen Verlusten durch den Lade-/Entlade-Wirkungsgrad.
Beispiel 22. Februar 2026
Verschoben
5.3 kWh
Ohne Shifting
CHF 0.24
Mit Shifting
CHF 0.75
An diesem Februartag lud der Akku ab Mittag und erreichte gegen 13 Uhr seinen Höchststand. Die Mittagseinspeisung bleibt dabei unverändert — sie passiert unabhängig vom Akku, sobald er voll ist. Was sich ändert, ist der Abend: statt den Akku bis zum Morgen stehen zu lassen, wird er zusätzlich entladen und speist ein. Um 18 Uhr stand der BYD bei rund 84% — davon standen nach Abzug des Nachtverbrauchs (6 kWh) noch 5.3 kWh für die Abend-Einspeisung zur Verfügung. Der Tageserlös steigt von CHF 0.24 auf CHF 0.75.
Beispiel 22. März 2026
Verschoben
7.2 kWh
Ohne Shifting
CHF 0.93
Fix 20-22 Uhr
CHF 2.00
Smart 18-19 Uhr
CHF 2.09
Am 22. März bleibt die Mittagseinspeisung unverändert — sie passiert unabhängig vom Akku, sobald er voll ist. Zusätzlich entladen wird der Akku erst am Abend: um 18 Uhr lag der BYD bei 90% (rund 10.4 kWh nutzbar über 15%). Nach Abzug des Nachtverbrauchs (6 kWh) standen 7.2 kWh für die Abend-Einspeisung zur Verfügung. Die smarte Variante wählt 18 und 19 Uhr statt 20–22 Uhr, da dort die Preise mit 16.4 und 15.9 Rp/kWh am höchsten lagen. Der Tageserlös steigt deutlich: von CHF 0.93 auf CHF 2.00 (fix 20–22 Uhr) bzw. CHF 2.09 (smart, 18–19 Uhr).
Fazit: Im Winterquartal lohnt sich Shifting nur im Februar und März. Unter der Bedingung, nie zusätzlichen Netzbezug zu verursachen (Shift-Menge wird dafür wo nötig automatisch reduziert), bleibt ein Mehrerlös von rund CHF 8.89 (fix) bis CHF 12.96 (smart) fürs Quartal — wenig Geld, aber ohne Autarkie-Risiko. Wichtig zur Einordnung: ein System, das die Day-Ahead-Preise kennt, täglich die optimalen Stunden berechnet und gleichzeitig die Akku-Kapazität für die Nacht im Blick behält, existiert meines Wissens aktuell nicht von der Stange — die Varianten hier sind eine Simulation dessen, was theoretisch möglich wäre, nicht was heute steuerbar ist.
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