Schweizer Speicherseen 2026 – Update 31. August

Speicherseen & Strommarkt 2026 — Laufendes Dossier

Laufendes Dossier · Energie & Versorgungssicherheit 2026

Ein fortlaufend aktualisiertes Protokoll: Füllstände der Schweizer Speicherseen, Trockenheit und was der Terminmarkt daraus macht. Neuste Einträge stehen oben.

🗓️ Serie gestartet: Mai 2026 🔄 Letztes Update: 5. September 2026 (Daten: 31.8.) 📊 BFE · Energy-Charts · MeteoSchweiz

Seit Mai verfolgen wir denselben roten Faden: Die Schweizer Speicherseen kamen mit einem Rekordtief aus dem Winter, die Sommer-Auffüllung läuft, aber die Trockenheit bleibt — und der Strommarkt preist die Anspannung inzwischen deutlich ein. Dieses Dossier fasst alle Updates an einem Ort zusammen. Für jeden neuen Stand kommt oben ein weiterer Eintrag dazu.

Verlauf Füllstand Schweiz total

Mai 2026 (10-Jahrestief)13 %
22. Juni 202634 %
6. Juli 202643 %
20. Juli 202651 %
10. August 202663 %
24. August 202668 %
31. August 202672 %
Ø 1. November (2016–25)83 %

Maximalkapazität Gesamt-CH: 8'895 GWh. Werte: BFE Storymap, jeweilige Erhebung.

● Neustes Update · 31. August 2026

71,8 % Ende August — das Wallis rettet die Bilanz

Offizieller BFE-Wochenwert (Erhebung 31. August 2026). Einordnung auf Basis der BFE-Rohdaten 2000–2026.

71.8 %
Füllstand CH 31. Aug.
(6'388 GWh)
−10.7 %
unter 10-J-Ø Ende Aug.
(Ø 82.5 %)
+12
GWh Ø-Zuwachs Aug→Nov
(10 Jahre, netto)
≈ 72 %
Stand 1. Nov. bei
Ø-Zuwachs

Regionen (31. August): Wallis 82.1 % (Ø 85.3), übrige Schweiz 73.6 % (Ø 82.8), Graubünden 62.2 % (Ø 81.4), Tessin 51.3 % (Ø 76.4). Maximalkapazität Gesamt-CH: 8'895 GWh. Quelle: BFE-Wochenwerte.

71,8 % Ende August — deutlich mehr als die 69 %, mit denen wir Anfang Monat gerechnet hatten (+798 GWh im August). Zwei Treiber: Die Rekordhitze (August +3,5 °C, zweitwärmster seit 1864) liess Gletscher und Schnee schmelzen und füllte vor allem die Stauseen im Wallis (82,1 %). Ab Mitte August brachte eine Kaltfront zusätzlich Regen, der auch die Seen im Tessin, in Graubünden und der übrigen Schweiz anhob — allein die Schlusswoche +305 GWh. Graubünden (62,2 %) und Tessin (51,3 %) bleiben aber 19 bzw. 25 % unter ihrem Schnitt.

Was ein Herbst noch bringt

Holt 2026 den Rückstand bis November noch auf? Kaum. Ende August sind die Seen normalerweise schon zu 82,5 % voll; sie steigen noch bis zum Höchststand Mitte Oktober und werden danach entleert. Netto bleibt vom Ende August bis 1. November im Schnitt fast nichts übrig: +12 GWh (Spanne −686 bis +759).

Netto-Änderung Ende Aug→1. NovGWhStand 1. Nov.
Ø der letzten 10 Jahre+1272 %
nassester Herbst 2016–25 (2022)+75980 %
nötig für den 10-Jahres-Schnitt+99583 %

Ausgangswert 6'388 GWh (31.8.). Ziel 83 % ≈ 7'383 GWh. Netto-Änderungen aus den BFE-Wochenwerten, Woche jeweils nächstliegend zu Ende Aug. bzw. 1. Nov.

Für den 83-%-Schnitt fehlen +995 GWh — mehr, als selbst der nasseste Herbst je brachte. Ausser Reichweite: Die Saison endet wohl unter dem Mittel, nahe am Vorjahr (77,9 %). Immerhin: Die ElCom (1. September) nennt die Versorgung „gewährleistet" — grösseres Winterrisiko sind die europäischen Gasspeicher (56 % vs. 83 %), nicht die Seen.

Der Markt zieht dennoch weiter an: Das Lieferjahr 2027 kostet am 4. September 124,37 EUR/MWh — Ende Juli waren es noch 112,30 (+10,7 %). Die späteren Jahre werden günstiger gehandelt (2028: 95, 2029: 83, 2030: 75) — Fachleute nennen das „Backwardation": Das nächste Jahr ist am teuersten, spätere sind billiger. Der Markt preist die Knappheit also vor allem kurzfristig ein und erwartet danach wieder Entspannung.
Update · 10. August 2026

63 % am 10. August — Erholung ja, aber unter dem langjährigen Schnitt

Offizieller BFE-Wochenwert (Erhebung 10. August 2026). Einordnung auf Basis der BFE-Rohdaten (Wochenwerte 2000–2026).

62.8 %
Füllstand CH 10. Aug.
(5'590 GWh)
−13.5 %
unter 10-J-Ø Mitte Aug.
(Ø 76.4 %)
+575
GWh Ø-Zuwachs Aug→Nov
(10 Jahre, netto)
≈ 69 %
Stand 1. Nov. bei
Ø-Zuwachs

Regionen (10. August): Wallis 70.4 % (2'867 GWh), übrige Schweiz 67.3 % (1'077 GWh), Graubünden 54.0 % (1'069 GWh), Tessin 46.3 % (577 GWh). Maximalkapazität Gesamt-CH: 8'895 GWh. Quelle: BFE-Wochenwerte.

Die Auffüllung ist über Juli und August stetig weitergelaufen — 43 % (6.7.) → 51 % (20.7.) → 63 % (10.8.), im Schnitt rund +4 Prozentpunkte pro Woche, getrieben vor allem durch das Wallis mit den Gletscher im Einzugsgebiet der Stauseen. Der Rückstand zum Anfang Juli errechneten Bedarf (damals +3'531 GWh) hat sich dadurch auf noch +1'793 GWh verkleinert. So weit die eine Seite. Die BFE-Rohdaten zeigen aber auch, wie wenig ein Herbst normalerweise noch beiträgt.

Was ein Herbst normalerweise noch bringt

Im Schnitt der letzten 10 Jahre sind die Speicherseen Mitte August bereits zu 76 % gefüllt — die Schneeschmelze ist dann weitgehend durch. Ab da füllen sie sich kaum noch: Der mittlere Netto-Zuwachs vom 10. August bis 1. November beträgt nur +575 GWh (Spanne 2016–2025: −121 bis +1'315 GWh). 2026 liegt mit 63 % rund 13 Prozentpunkte unter diesem August-Schnitt und müsste bis November überdurchschnittlich zulegen, um aufzuschliessen.

Herbst-Zuwachs Aug→NovGWhStand 1. Nov.
Ø der letzten 10 Jahre+57569 %
nassester Herbst 2016–25 (2022)+1'31578 %
nötig für den 10-Jahres-Schnitt+1'79383 %

Ausgangswert 5'590 GWh (10.8.). Ziel 83 % ≈ 7'383 GWh. Netto-Zuwächse aus den BFE-Wochenwerten, Woche jeweils nächstliegend zu 10.8. bzw. 1.11.

Selbst der nasseste Herbst der letzten zehn Jahre würde 2026 nur auf rund 78 % bringen — der langjährige Schnitt von 83 % liegt damit praktisch ausser Reichweite. Ein Vorbehalt zugunsten von 2026: Der +575-Schnitt ist niedrig, weil die Seen normalerweise Mitte August schon fast voll sind und wenig Platz nach oben haben. 2026 hat mehr Reserve und füllt noch kräftig — der Zuwachs könnte daher höher ausfallen als in einem typischen Jahr.

Wie viel Regen fehlt für die 83 %?

Mit demselben groben Energiemodell wie im Mai-Artikel (~9 GWh je mm effektiver Niederschlag über die Einzugsgebiete): Für die fehlenden +1'793 GWh braucht es bis zum 1. November rund 199 mm. Etwa 64 mm davon (+575 GWh) liefert ein normaler Herbst von selbst — der Zusatzbedarf über einen Normalherbst hinaus liegt bei rund 135 mm. Zum Vergleich: Der nasseste Herbst der letzten 10 Jahre entsprach etwa 146 mm; für die 83 % müsste 2026 diesen Wert nochmals um gut 50 mm übertreffen.

„mm" meint hier effektiven, in Speicherenergie umgesetzten Niederschlag über die Einzugsgebiete — nicht Regenmesser-mm. Abfluss, Verdunstung und die Kraftwerksbewirtschaftung gehen nicht 1:1 ein. Grobe Energiebilanz, keine Präzisionsgrösse.

Was die Behörden sagen

BFE (16. Juli 2026, via SRF): Die Seen lägen „um 16.4 Prozent tiefer als durchschnittlich zum selben Zeitpunkt in den letzten 20 Jahren" — der tiefste Stand seit 20 Jahren. Kurz- und längerfristig sehe man dennoch „kein Problem in der Versorgungssicherheit", es sei aber „noch relativ früh" und hänge von den Niederschlägen ab. Die Speicherseen decken laut ElCom rund 20 % der Nachfrage im Winterhalbjahr.
ElCom (4. August 2026): Füllstand 54 % (Vorwoche 51 %; ElCom-Stichwoche mit Meldeverzug — der BFE-Wert vom 10. Aug. liegt bei 63 %), unter dem Vorjahr. „Die Versorgungssicherheit in der Schweiz ist derzeit gewährleistet, die Restrisiken bezüglich eines physischen Versorgungsengpasses werden aktuell als gering eingeschätzt." Als grösseres Winterrisiko nennt die ElCom nicht die Seen, sondern die europäischen Gasspeicher (48 % vs. 74 % im 8-Jahres-Schnitt) und die Preisvolatilität.

Unterm Strich: Die Erholung ist real, und die Versorgung ist laut ElCom derzeit gesichert. Die Speicherseen dürften die Füllsaison aber unter dem langjährigen Schnitt und wohl unter Vorjahr abschliessen — die 83 % sind ohne aussergewöhnlich nassen Herbst nicht in Reichweite.

Update · 24. Juli 2026

Der Markt zieht nach: Terminpreise 2027 deutlich teurer

Fokus diesmal: was der Strom-Terminmarkt aus der Wasserlage macht — plus ein Blick vor Ort an den Lai da Curnera (GR).

Vor Ort: Lai da Curnera, 4. vs. 24. Juli

Ein konkretes Beispiel aus dem Curnera-Tal (Kraftwerke Vorderrhein, Betrieb Axpo). Zwei Aufnahmen derselben Bogenmauer im Abstand von 20 Tagen. Auffällig ist die nicht vorhandene Veränderung des hellen Uferstreifens an beiden Terminen: Der See ist bei weitem nicht voll.

Lai da Curnera am 4. Juli 2026
4. Juli 2026, 11:45 — Lai da Curnera, Blick von der Staumauer.
Lai da Curnera am 24. Juli 2026
24. Juli 2026, 15:30 — nahezu gleicher Pegel.

Hinweis: Curnera ist Teil einer bewirtschafteten Kaskade (Nalps–Curnera–Santa Maria). Der Pegel folgt nicht 1:1 der Schneeschmelze, sondern der Kraftwerksfahrweise: Das Wasser wird entweder aktiv turbiniert oder es fliesst nur wenig nach — sonst wäre der See Ende Juli nicht so leer.

Terminmarkt:

Strom für kommende Jahre wird an der Börse im Voraus gehandelt — das ist der Terminmarkt. Vergleicht man die heutigen Preise mit jenen von vor einem Jahr, fallen zwei Dinge auf: Erstens ist Strom generell deutlich teurer geworden. Zweitens gilt: Je weiter das Lieferjahr in der Zukunft liegt, desto günstiger der Preis — am teuersten ist das kommende Jahr 2027.

LieferjahrStand 23.07.2025Stand 23.07.2026Δ
Cal-202686.93in Lieferung
Cal-202777.90112.30+44.2 %
Cal-202869.1988.85+28.4 %
Cal-202968.1377.00+13.0 %
Cal-203067.2471.66+6.6 %
Cal-203166.8469.50+4.0 %

Baseload, Schweiz, EUR/MWh. Handelstage 23.07.2025 vs. 23.07.2026.

+44 %
Cal-2027, gleicher Kontrakt
vor 1 Jahr vs. heute
+29 %
Gleicher Vorlauf
(Frontjahr 26 → 27)
112.30
Cal-2027 heute
EUR/MWh
Was das heisst: Das Lieferjahr 2027 kostet heute 112.30 statt 77.90 Euro je Megawattstunde vor einem Jahr — ein Plus von rund 44 %. Dass spätere Jahre wieder billiger gehandelt werden, zeigt: Der Markt rechnet vor allem kurzfristig mit Knappheit — wegen der tiefen Speicher, der Trockenheit und teurem Gas — und erwartet danach wieder Entspannung. Hoffen wir mal, dass der Klimawandel, Trump und mehr Klimageräte da schon eingepreist sind.
Update · 20. Juli 2026

Erholung geht weiter: 51 % — aber weiter unter dem Schnitt

Offizieller BFE-Wochenwert (Sonntag 20. Juli, deckt die Woche um den 19. Juli ab).

51.0 %
Füllstand CH 20. Juli
(4'533 GWh)
−15.5 %
unter 10-J-Ø ~20. Juli
(Ø 66.5 %)
+1'437
GWh Ø-Zuwachs Juli→Nov
(10 Jahre, netto)
≈ 67 %
Stand 1. Nov. bei
Ø-Zuwachs

Regionen (20. Juli): Wallis 52.3 % (2'127/4'070 GWh), Graubünden 48.7 % (964/1'980 GWh), Tessin 41.8 % (521/1'245 GWh), übrige Schweiz 57.6 % (921/1'600 GWh).

Die gute Nachricht: Die Auffüllung hat im Juli sogar an Tempo gewonnen — 42.7 % (6.7.) → 46.0 % (13.7.) → 51.0 % (20.7.). In zwei Wochen +8.3 %.
Update · 6. Juli 2026

43 % Füllstand — reicht das bis November?

Die Sommer-Auffüllung durch Schneeschmelze ist weitgehend durch. Erholung ja — aber die Wetterlage ist ungewöhnlich trocken.

43 %
Füllstand CH 6. Juli
(3'817 GWh)
−15.6 %
unter 10-J-Ø Anfang Juli
(Ø 58.6 %)
+2'346
GWh Ø-Zuwachs Juli→Nov
(10 Jahre, netto)
≈ 69 %
Stand 1. Nov. bei
Ø-Zuwachs

Regionale Werte: Graubünden 44 % (871/1'980 GWh), Wallis 40 % (1'628/4'070 GWh), Tessin 39 % (486/1'245 GWh), übrige Schweiz 52 % (832/1'600 GWh). Maximalkapazität Gesamt-CH: 8'895 GWh.

Einordnung: 43 % Anfang Juli ist der tiefste Wert der letzten 10 Jahre für diesen Zeitpunkt — tiefer als 2016 (48.5 %) und 2021 (48.3 %), den bisherigen Tiefstständen im Beobachtungszeitraum 2016–2025.

Wie viel Regen fehlt jetzt noch?

Netto-Füllgewinn Juli→November der letzten 10 Jahre (BFE-Rohdaten, jeweils nächstliegende Woche zu 6. Juli und 1. November):

JahrJuli-StandNov.-StandFüllgewinn (netto)
20164'277 GWh6'650 GWh+2'373 GWh
20174'653 GWh7'183 GWh+2'530 GWh
20185'155 GWh7'013 GWh+1'858 GWh
20195'681 GWh8'187 GWh+2'506 GWh
20205'627 GWh7'783 GWh+2'156 GWh
20214'288 GWh7'052 GWh+2'764 GWh
20224'889 GWh7'743 GWh+2'854 GWh
20235'307 GWh7'732 GWh+2'425 GWh
20245'607 GWh7'489 GWh+1'882 GWh
20254'815 GWh6'928 GWh+2'113 GWh
Ø 2016–25+2'346 GWh
20263'817 GWh?+3'531 GWh nötig*

* nötiger Netto-Füllgewinn, um den 10-Jahres-Schnitt (~83 %, 7'348 GWh) per 1.11.2026 zu erreichen.

Was das bedeutet: Ein Ø-Sommer der letzten 10 Jahre (+2'346 GWh) bringt 2026 auf rund 69 % — rund 14 Prozentpunkte unter dem 10-Jahres-Schnitt. Es braucht rund 1'185 GWh mehr Füllgewinn als in einem durchschnittlichen Sommer, umgerechnet ungefähr 132 mm Regen zusätzlich (Modell: ~9 GWh/mm).

Das Trockenheitsbulletin des Bundes (Stand Anfang Juli) zeigt über die letzten 90 Tage in praktisch der ganzen Schweiz ein grosses Niederschlagsdefizit — verbreitet nur 35–65 % der Norm. Besonders betroffen sind Alpennordseite und Wallis. Die Schneeschmelze ist früher als üblich abgeschlossen; es liegt kaum noch Reserve in Form von Schnee, die später nachliefern könnte.

Update · 23. Juni 2026

34 % — Erholung unter Druck

Hitze, AKW-Drosselungen und Börsenpreise über 300 EUR/MWh setzen falsche Anreize.

Im Mai-Artikel lagen die Speicherseen bei 13 % — 10-Jahrestief. Seither hat vor allem die Schneeschmelze auf 34 % per 22. Juni angehoben. Eine Erholung — aber auf tiefem Niveau: 34 % liegt unter dem bisherigen 10-Jahres-Minimum von 2021.

34 %
Füllstand CH 22. Juni
(2'983 GWh)
−12.5 %
unter 10-J-Ø Ende Juni
(Ø 46.5 %)
+3'213
GWh Ø-Zuwachs Juni→Nov
(10 Jahre, netto)
≈ 70 %
Stand 1. Nov. bei
Ø-Zuwachs

Regionen (22. Juni): Wallis 26 % (1'077 GWh), übrige Schweiz 44 % (703 GWh), Graubünden 39 % (775 GWh), Tessin 34 % (428 GWh). Maximalkapazität Gesamt-CH: 8'895 GWh.

Besonders das Wallis mit fast der Hälfte der gesamten Speicherkapazität liegt mit 26 % ebenfalls auf einem 10-Jahrestief. Der Frühling 2026 (März–Mai) war einer der trockensten seit Messbeginn 1864, Wallis und GR lagen bei nur 40–60 % der Norm. Der Schneemangel des Winters (50–75 % der Norm) begrenzt das Schmelzpotenzial zusätzlich.

Das Doppelproblem: Hitze und Börsenpreise

AKW Beznau (CH): Leistung auf 50 % halbiert Axpo hat beide Reaktorblöcke wegen der gestiegenen Aare-Temperatur gedrosselt. Das AKW hat keinen Kühlturm und ist direkt auf Flusswasser angewiesen.
Frankreich: AKW Golfech abgeschaltet, weitere gedrosselt Rhône und Garonne sind zu warm für die Kühlwassereinleitung. Das erhöht den Importbedarf aus der Schweiz direkt.
Day-Ahead-Preise CH: heute Abend ~210 EUR/MWh, morgen über 310 EUR/MWh Zum Vergleich: Ein normaler Sommerabend liegt bei 60–90 EUR/MWh. Bei diesen Preisen rechnet sich intensives Turbinieren extrem — der Anreiz, Wasser jetzt zu verstromen statt für den Winter zu sparen, ist so gross wie selten.

Das ist dieselbe Logik wie 2022: In Hochpreisphasen war der Netto-Sommer-Füllgewinn historisch am niedrigsten. Ob das 2026 wieder so kommt, ist offen — aber die Ausgangslage ist vergleichbar.

Quellenübersicht

PrimärBFE Storymap Füllungsgrad Speicherseen: uvek-gis.admin.ch ↗
PrimärBFE Open Data CSV (historische Wochenwerte 2000–2026): bfe-ogd.ch ↗
PrimärStrom-Terminpreise / Spot CH: energy-charts.info ↗ (Datenquelle EEX)
PrimärTrockenheitsbulletin des Bundes: trockenheit.admin.ch
PrimärMeteoSchweiz Klima / Klimanormwerte: meteoschweiz.admin.ch
PrimärMeteoSchweiz Klimabulletin August 2026 (+3,5 °C, 2.-wärmster seit 1864; Niederschlag meist 60–110 % der Norm; Wetterumschwung ~15. Aug.): meteoschweiz.admin.ch ↗
PrimärSeptember-Zuwächse & Höchststand-Daten: eigene Auswertung der BFE-Wochenwerte 2016–2025.
PrimärElCom, Aktuelle Einschätzung Versorgungssicherheit (01.09.2026): elcom.admin.ch ↗
SekundärBFE-Aussagen zum Füllstand (16.07.2026): SRF News ↗
PrimärSzenarien Aug→Nov & Regional-Normwerte: eigene Auswertung der BFE-Wochenwerte 2000–2026 (Netto-Zuwächse, Ø 2016–25).
SekundärKraftwerke Vorderrhein / Axpo — Speicherkaskade Nalps–Curnera–Santa Maria
SekundärAxpo Medienmitteilung: KKW Beznau auf 50 % gedrosselt · EDF: AKW Golfech abgeschaltet
Schätzung9 GWh/mm — vereinfachte Energiebilanz aus dem Mai-Artikel, unverändert übernommen.
Eigene AufnahmeFotos Lai da Curnera, 4. & 24. Juli 2026.
Daten: BFE · Energy-Charts (EEX) · MeteoSchweiz · Axpo  |  Analyse: pv-strom.ch  |  Laufendes Dossier, zuletzt aktualisiert 5. September 2026

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