Netzdienliches Akku-Laden mit eigener PV – pv-strom.ch
Was steckt hinter dem Begriff «netzdienlich» – und wie sieht das konkret in einem Einfamilienhaus mit 18 kWp und zwei Speichersystemen aus?
Was ist netzdienliches Laden?
Netzdienlich bedeutet: Der Heimspeicher wird nicht nur für den eigenen Eigenverbrauch optimiert, sondern so gesteuert, dass er gleichzeitig das öffentliche Stromnetz entlastet.
Das Prinzip ist einfach: An sonnigen Mittagen produzieren tausende PV-Anlagen gleichzeitig Strom – mehr als gerade verbraucht wird. Das belastet das lokale Verteilnetz. Wer seinen Speicher so programmiert, dass er Einspeisung in Netzspitzen-Zeiten dämpft und den Strom stattdessen lokal puffert, hilft das Netz zu stabilisieren – ohne dass es ausgebaut werden muss.
Mein System im Überblick
Ich betreibe in Oberurnen (GL) eine 18 kWp-Anlage mit zwei unabhängigen Speichersystemen:
Das Dashboard – 8. April 2026
Das SolarManager-Dashboard zeigt den heutigen Tagesverlauf sehr anschaulich. Die Tagesstatistik bis Abend:
Bis ca. 07:00 Uhr keine Produktion. Ab 08:00 Uhr baut sich die Solarleistung auf. Die grosse orange-gelbe Fläche zeigt die Einspeisung ins Netz – das blasse Hellgelb später im Tag ist die ladende Batterie. Gegen Mittag erreicht die Anlage das Tagesmaximum von 9'604 W. Ab ca. 14:00 Uhr beginnt das E-Auto zu laden – erkennbar am deutlichen Anstieg der blauen Eigenverbrauchs-Fläche. Mit nur 0.5 kWh Netzbezug am ganzen Tag ist das Ergebnis klar: die Strategie funktioniert.
Der Eco-Modus und die Ladeleistung
Der Eco-Modus des SolarManagers ist auf netzdienliches Verhalten ausgelegt. Die Batterie wird morgens zunächst nur auf einen konfigurierten Grenzwert geladen – der Rest der Kapazität bleibt für die Mittagsproduktion reserviert, um Einspeisespitzen zu dämpfen.
Meine konkreten Einstellungen für die BYD:
| Parameter | Wert | Zweck |
|---|---|---|
| Minimale Entladegrenze | 10 % | maximale Flexibilität |
| Morgendliche Ladegrenze | 30 % | Kapazität für Mittagsüberschuss freihalten |
| Maximale Ladegrenze | 100 % | maximale Flexibilität |
| Max. Ladeleistung | 2'500–3'000 W | Spitzen länger abdecken |
Lohnt es sich finanziell?
Ehrliche Antwort: Für die meisten Haushalte aktuell nicht direkt. Die Einspeisevergütung in der Schweiz ist fix – sie ändert sich nicht danach, ob man zu einem günstigen oder ungünstigen Zeitpunkt ins Netz einspeist. Wer also hofft, durch netzdienliches Laden mehr Geld zu verdienen, wird enttäuscht.
Der finanzielle Vorteil eines Speichers liegt im erhöhten Eigenverbrauch – weniger teurer Netzstrom beziehen. Aber das ist unabhängig davon, ob der Speicher «netzdienlich» oder nur «eigenverbrauchsoptimiert» betrieben wird.
Fazit
Netzdienliches Laden ist grundsätzlich mit jedem Heimspeicher möglich – ob mit einem oder mehreren Akkus. Entscheidend ist nicht die Anzahl Speicher, sondern die bewusste Konfiguration: Eco-Modus aktivieren, Ladeleistung drosseln, Ladezeiten anpassen. Wer das umsetzt, leistet einen echten Beitrag zur Netzstabilität.
Finanziell lohnt es sich heute noch kaum direkt – Ob und wann konkrete finanzielle Anreize für Privatanlagen kommen, ist heute noch offen.
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