Überspannung im Netz – wenn die PV-Anlage gegen das Stromnetz kämpft
Überspannung im Netz – wenn die PV-Anlage gegen das Stromnetz kämpft
Heute Morgen um 09:50 Uhr begann mein Sofar-Wechselrichter den Akku zu laden – eigentlich hätte er das erst ab 12:00 Uhr tun sollen. Beim Nachschauen stellte ich fest: Er war im Off-Grid-Modus. Kurz darauf rief mein Elektriker an und erklärte, was los war: Die Netzspannung hatte 253 V erreicht.
Zeitablauf
Was dann passierte
Hoymiles → runtergeregelt auf 0–50 W
SolarEdge → gedrosselt auf 175 W
Kostal Plenticore → produziert weiter, aber mit Abregelung auf 4'868 W
Die Wechselrichter drosseln, weil sonst die Spannung im lokalen Netz unkontrolliert weiter steigen würde. Das ist Schutzfunktion – keine Fehlfunktion.
Die Spannungsmessung
Gemessen durch den Kostal-Wechselrichter. Die erlaubte Obergrenze nach EN 50160 liegt bei 253 V (230 V +10%).
Während der Drosselungsphase zeigte er Phase 1 bei 254 V – nach dem abrupten Rückgang um 13:12 Uhr lagen alle Phasen bei 245 V:
Der Kostal zeigte während der Drosselungsphase explizit «Abregelung auf 4'868 W» an – nach der Normalisierung war die Abregelung aufgehoben:
Fazit
Interessant war zu sehen wie die Wechselrichter runterregeln, alleine weil offenbar die Spannung zu hoch war, ich wusste dass sie dies bei erhöhter Frequenz machen. Die Wechselrichter reagieren also korrekt
Wer Akku und E-Auto netzdienlich lädt, entlastet das lokale Netz zur kritischen Mittagszeit. Allerdings begann das Problem heute bereits um 09:50 Uhr – weit vor der Einspeisungspitze. Es handelte sich um ein lokales Problem, und der abrupte Spannungsabfall um 13:12 Uhr zeigt, dass der VNB aktiv eingegriffen hat, es also nichts mit zu viel PV zu tun hatte.
Kennt jemand ähnliche Erfahrungen aus seinem Netzgebiet?
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